Miteinander
Erstellt am 10. Januar 2006 um 15:44 Uhr von Daniel
Abgelegt unter: Medien,Politik

Aktuell findet die Bundespressekonferenz zur Kabinettsklausur mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Vize-Kanzler Franz Müntefering statt. Es scheint ein Geist durch, der mich begeistert. Ein Beispiel um zu verdeutlichen was ich meine: Frau Merkel antwortet auf die Frage eines Journalisten und Franz Müntefering ergänzt mit den Worten “so ist es”.

Ich hatte seitdem unsere neue Regierung an der Macht ist schon öfter diesen Eindruck und wünsche mir sehr, dass dieses neue Miteinander weiter wächst. Diese Art von politischer Kultur ist unserem Land wirklich zu wünschen. Raum für Differenzen und Diskussionen lässt auch sie mit Sicherheit genug – aber auf einer anderen Ebene.

Nicht dass ich leichtgläubig davon ausgehe, dass es auch in kommenden Regierungs- und Oppositions-Konstellationen so bleiben wird. Ich wünsche es mir. Gegenseitige Achtung und Respekt über parteiliche Grenzen hinweg sind einem grausamen und zugleich kindischen Zerfleischen und Hacken in jedem Fall vorzuziehen! Und das nicht nur in gesprochenen Worten, sondern in wörtlichen Taten. Alles andere merkt das Volk.



Gerlinde und Ben Skaggs
Erstellt am 7. Januar 2006 um 02:28 Uhr von Daniel
Abgelegt unter: Blogs,Körper, Seele und Geist

Ab und zu lese ich die Berichte von Ben Skaggs, die auf der Homepage der Vineyard-Gemeinde in Speyer verlinkt sind. Er schreibt seit dem schweren Fahrradunfall seiner Frau im Mai 2005 über ihren Zustand, den Krankheitsverlauf, die Auswirkungen dieser Situation auf sich und seine Familie sowie die Rolle, die Gott für ihn darin spielt.

Mir kommen beim Lesen regelmässig die Tränen. Ich kann nur schwer in Worte fassen was es ist, das mich daran so sehr berührt. Die Texte transportieren eine Tiefe, Echtheit und Liebe, die meine innere Mauer ohne Probleme durchdringen und tiefere Stellen in mir erreichen.

Lest selbst.



Unbändige Wut
Erstellt am 6. Januar 2006 um 16:53 Uhr von Daniel
Abgelegt unter: Körper, Seele und Geist

Ich tu’ mich sehr schwer Wut zuzulassen. Aber sie ist da. Tief in mir schlummert sie.

Liegt das an den Verletzungen, die dahinter verborgen sind? Denn hinter Wut steckt oft der Schmerz einer Verletzung. Liegt es daran, dass ich es mir früh selbst verboten habe weil kein Platz dafür war? Liegt es am Kontrollverlust, den man akzeptieren müsste?

Es gibt und gab Beziehungen zu Menschen, in denen Wut hervorgebrochen ist. Diese Menschen müssen mich dann nicht einmal explizit verletzt haben. Es reicht wenn mein Inneres an Vergangenes erinnert wird – sie also lediglich der Auslöser einer Erinnerung sind. Dann läuft ein Muster ab. Ich baue eine innere Mauer, ziehe mich zurück und verharre still. Die Ambivalenz besteht dann im eigenen Schutz vor weiterer Verletzung und der stillen, aber innerlich lauten, Hoffnung, dass doch jemand kommt und mich rettet – diesem Kind in mir begegnet und es festhält. Damit es weinen kann und sich trotzdem geborgen weiss.

Äusserlich ist meine Hülle in diesem Zustand kalt und abweisend. Verletzt dann womöglich andere. Das tut mir leid!