Abgelegt unter: Körper, Seele und Geist
Beim Mittagessen in der Kantine sitzt 3-4 Stuhlreihen entfernt ein älterer Mann, der alleine isst. In meinem Herz regt sich Schmerz und Mitgefühl weil sich das eigene Gefühl des Allein-Seins mit seinem Da-Sitzen verbindet.
Es geht mir öfter so, dass ich Schmerz und Mitgefühl in mir wahrnehme, wenn ich Situationen vorfinde oder erkenne, die mir selbst bekannt vorkommen oder ich zumindest mit mir bekannten Situatuionen assoziiere.
Der kleine Junge, der gerne Ball spielen will und die Mutter sich nur wütend an ihm auslässt weil sie mit sich selbst und ihrem eigenen Leben überfordert ist.
Das kleine Mädchen, das sich aus dem Vorraum nicht in die Fitnesshalle traut, obwohl dort wahrscheinlich ihr Papa trainiert und sie gerne bei ihm wäre und die vielen Maschinen so interessant aussehen. Wenn Menschen sie ansprechen reagiert sie sehr schüchtern und unsicher.
Ein erwachsener Mensch, dem es kaum gelingt seiner Enttäuschung oder Verletzung Raum zu geben und sich stattdessen weiter in seinem Panzer aus Stolz, Kälte und Isolation verbirgt, den Wunsch nach Anderen, denen er vertrauen und sich öffnen kann, immer weiter verdrängend.
Trotz meiner Schwierigkeiten mit solchen Situationen umzugehen bin ich unendlich dankbar, dass ich wieder anfange mich zu spüren. Der Weg ist sicher noch etwas länger und mitunter auch sehr anstrengend. Aber um nichts auf der Welt wollte ich das wachsen – oder vielmehr wahrnehmen – meiner Emotionen wieder aufgeben.
10 Kommentare bisher
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haja gell, mehr wie weh tun kanns ja net
Ja, ich kann es auch spüren;-)!
Und es kann dir auch niemand mehr wegnehmen, in deinem Herzen ist Jesus, daniel:-)!
deine sarah
Tut weh, das zu seh’n.
Doch um keinen Preis wollt’ ich deshalb blind sein.
Sonst koennt’ ich doch die Sonne nicht seh’n und den Wind in den Baeumen.
Kommentar von Warnschild am 06.02.2006 um 15:18Manchmal tut hingehen nicht so sehr weh wie hinsehen. Aber es kostet viel mehr Überwindung.
Kommentar von Maresa am 09.02.2006 um 14:51Du Arschloch , Du Klugscheisser,was weisst Du schon ..
meinstDir einen Platz im Himmel erschleimt zu haben ..
Du widerst mich an
Kommentar von fgcd am 11.02.2006 um 01:51Hey, vielen Dank für eure Kommentare.
@ hanni
Das war ein interessanter Gedanke, der mich zum Nachdenken gebracht hat.
@ Sarah
Bin mir da garnicht so sicher ob das mit Jesus direkt zu tun hat oder nicht eher was mit Sensibilität.
@ Warnschild
Ja!
@ Maresa
Da hast du sehr recht. Das ist für mich auch die größte Überwindung und gelingt bisher nur selten.
@ fgcd
Anonymes beschimpfen ist feige. Mehr möchte ich dazu nicht sagen.
Gott ist nahe denen die zerbrochenen Herzens sind .
Aus den Psalmen
Kommentar von Stefan am 18.02.2006 um 02:30hallo daniel, bin gerade zufällig auf deinen blog gestossen,
will dir sagen, dass du mit dem mitgefühl und der eigenen sensibilität die manchmal ganz schön weh tut nicht alleine bist. ich kenne das auch, diese gefühle. zerbruch, oder wie man das nennen mag tut weh, aber es ist auch ein weg der heilung und dem nach und nach ganzer werden. es barucht seine zeit, aber weisst du was, es wird besser. und weisst du noch was: denke nicht es sei schwäche. es ist stärke.
grüsse, nicola
Hallo Daniel,
Dein Artikel über “Spürst du das auch” hat mich sehr berührt. Mir geht es ebenso, Daniel. Ich projeziere zum Teil Ereignisse auf mich und werde durch das Erlebte an meine eigene Erlebnisse erinnert (zwangläufig). Aber im Gegensatz zu Dir (zumindest lese ich das so), wurde mir von Gott ein sehr lieber Mensch zur Seite gestellt. Bei dem ich mich wirklich fallen lassen kann. Meine Emotionen freien Raum lassen kann, mich nicht, aber auch wirklich nicht verstellen muss. Zu dem ich 100%iges Vertrauen habe. Ich mit ihm über alles, aber wirklich alles sprechen kann. Wir gemeinsam vor Gott kommen und vor IHM die Dinge zu bewegen.
Kommentar von thankstogod am 22.02.2006 um 17:53@ Stefan
Schöne Stelle!
@nicola
Cool, vielen Dank für deinen Kommentar. Ich stimme dir da voll zu
.
@ thankstogod
Doch, da gibt es Menschen.
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