— denkpause

Rückflug

Nun sitze ich im Flughafen von Tel Aviv, nachdem mich zwei Security-Menschen kurz vor der Schlange abgefangen und mit Fragen gelöchert haben. Anscheinend habe ich alles richtig beantwortet und mich nicht in Widersprüche verstrickt, denn nach jenen nicht mehr enden wollenden Fragen, einer sehr ausführlichen Untersuchung meines Gepäcks und dem Scannen meines durchtrainierten Körpers nach Waffen hat mich eine nette Frau zur letzten Passkontrolle gebracht. Das war einfach nur noch angenehm: ich musste nirgends anstehen :-) .

Israel war interessant. Es hat mich nicht umgehauen und ich habe bis auf Haifa leider viel zu wenig vom Land gesehen. Aber schon allein Haifa war beeindruckend, was den Mix von Kulturen in dieser Stadt angeht. Die Spanne reicht von typisch westlicher Kleidung und Kultur, über orthodoxe Juden mit langen schwarzen Kleidern und den komisch aussehenden Locken bis zu einem arabischen Taxifahrer, der mich über’s Ohr gehauen hat. Die zwei interessantesten Gespräche habe ich mit meinem Gastgeber (jüdischer Abstammung) und einem Christen arabischer Herkunft geführt. Beide habe ich zum Konflikt zwischen Israel und den islamischen Ländern bzw. Palästina befragt und die Antworten haben für sich gesprochen.

An einem Tag war ich mit Eli (meinem Gastgeber) auf einer Konferenz messianischer Juden in der Nähe von Jerusalem. Die Musik, der Ablauf und die Art und Weise der Leute hat mich erschreckend deutlich an deutsche Freikirchen erinnert. Trotzdem war noch etwas anderes am Start – die Menschen waren sehr offen, sind deutlich und sehr nett auf mich zugegangen und haben sich für mich interessiert. Es scheint ausserdem, dass es kein Ehepaar unter israelischen Christen gibt, in dem nicht mindestens ein Teil aus einem anderen Land stammt.

Die Hochzeit meines Freundes war auch eine interessante Mischung. Der deutsche Papa hielt eine Rede, wie man sie von schwäbischen Hochzeiten kennt (so mit Erinnerungen an die Kindheit und so), Kinder und Omas einer russisch geprägten Gemeinde trugen allerlei Musikstücke vor und der Bräutigam durfte gegen seinen Neffen Tischtennis spielen. Das Feuerwerk einer anderen Hochzeit, welches die Rede des schwäbischen Papas unterbrochen hat, war von Gott, da bin ich mir sicher ;-) .
Der deutlichste Unterschied war, dass Hochzeiten in Israel (so auch diese) oft in kommerziellen Hochzeitshallen stattfinden, die sehr groß sind und alle Technik vorhanden ist, die man sich für eine Multimedia-Hochzeit mit anschließender Disko (die gab’ es nicht) nur wünschen kann. Ein weiteres Merkmal waren das reichhaltige Buffet vor der Trauung und das ebenso reichhaltige Essen nach der Trauung. Wenn man das vorher nicht weiß hat man verloren oder platzt.

Übrigens: im Gegensatz zu Stuttgart ist der Kaffee hier am Flughafen deutlich billiger und das W-Lan kostenlos.

Es gäbe noch viel zu Erzählen, ich setze trotzdem einen Punkt. Ich träume noch nicht in Englisch und freu’ mich auf daheim. So what?

9 comments
  1. sarah says: 4. Juni 200614:08

    Hey dani,
    cool das war bestimmt schön für dich :-) ! Bist du braun oder zwink-rot ;-) ? Ich träume hier auf hochdeutsch…spaß;)…deine sarah

  2. beni says: 5. Juni 200614:30

    ich war mal in neu delhi in einer gemeinde… und die hatten auch die gleichen lieder wie wir in ner durchschnittlichen deutschen freikirche… nur eben auf hindi… sehrseltsam.

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