Washington und der Holocaust
Erstellt am 17. November 2007 um 14:36 Uhr von Daniel
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Gedanken
Washington D.C. ist eine sehr interessante Stadt. Hier findet man neben zahlreichen “Memorials” auch viele Museen zu den unterschiedlichsten Themen. Hat man genug Präsidentenstatuen gesehen, ausreichend viel über amerikanische Geschichte, moderne Kunst und den Holocaust aus amerikanischer Sicht erfahren, so bietet die architektonische Vielfalt dieser Stadt immer noch genügend Stoff für Spaziergänge und Staunen. Selbst einen Laien wie mich beeindrucken die verschiendenen Stile, die Konsequenz dieser Vielfalt und einfach die Schönheit von Bauten, die deutlich älter wirken als sie sind.
Wie bereits angedeutet, interessierte mich unter anderem die amerikanische Sicht auf den Holocaust. Als Deutscher mit magerem Geschichtswissen wurde mir trotz allem gerade dieses Kapitel unserer Geschichte oft genug als Greuel der Superlative eingeimpft, an dessen Unvergleichbarkeit schon einige Menschen des öffentlichen Lebens gestürzt sind. Übrigens – erst neulich las ich, dass die erste Autobahn Deutschlands direkt bei mir vorbeiführt: es ist die heutige A5 (damals Frankfurt – Mannheim – Heidelberg), meine Haus-und-Hof-Autobahn.
Ich besuchte also das Holocaust Memorial Museum und sah mir an, wie der Amerikaner den Holocaust sieht, darstellt und aufarbeitet.
Die Innenarchitektur des Museumgebäudes ist beeindruckend. Die Austellung selbst auch. Ich habe in Deutschland bisher keine solche Ausstellung besucht und finde die Darstellung von der Machtergreifung der Nationalsozialisten, über den Zweiten Weltkrieg und den Genozid selbst bis zum Kriegsende sehr gut umgesetzt. Viele der ausgestellten Materialen kommen natürlich aus Deutschland und viel auch aus polnischen Museumsbeständen.
Nach einem kurzen Einführungsfilm im Aufzug, der einen zur Ausstellung nach oben bringt, steigt man aus und sieht sich mit einer ersten Photografie konfrontiert: einer Nahaufnahme von menschlichen Überresten in einem KZ. Sie liegen unter zwei Eisenbahnschienen begraben und wurden vermutlich bei lebendigem Leib verbrannt. Die Schienen dienten, das Entrinnen zu Verhindern.
Unbehagen macht sich breit, wenn man als Deutscher solch eine Ausstellung betritt, umgeben von Amerikanern, denen man sich nicht zu Erkennen geben möchte. Nach einem kurzen Moment der Reflektion fragt man sich, woher diese Scham kommt – war man schließlich selbst nicht beteiligt an diesem Verbrechen und war bisher doch auch der Meinung, dass selbst dieser Genozid seine Unvergleichlichkeit einbüsst, angesichts der Vielfalt menschlicher Einfälle, was Völkermorde im Allgemeinen angeht.
Es ist sehr bedrückend wenn man sieht zu was Menschen in der Lage sind. Und neben der “Geschichte von Daniel” (einer Ausstellung speziell für Kinder, welche die – möglicherweise fiktiven – Tagebucheinträge eines kleinen jüdischen Jungen names Daniel zur Darstellung des Holocaust verwendet) hat mich folgendes Zitat am meisten getroffen.
Never shall I forget that night,
the first night in camp,
which has turned my life into one long night,
seven times cursed and seven times sealed.
Never shall I forget that smoke.
Never shall I forget the little faces of the children,
whose bodies I saw turned into wreaths of smoke
beneath a silent blue sky.
Never shall I forget those flames
which consumed my faith forever.
Never shall I forget that nocturnal silence
which deprived me, for all eternity,
of the desire to live.
Never shall I forget those moments
which murdered my God and my soul
and turned my dreams to dust.
Never shall I forget these things,
even if I am condemned to live
as long as God himself.
Never.
Elie Wiesel, Schriftsteller und Friedensnobelpreisträger
Lass mich tanzen
Johannes hat mich durch einen Artikel an eine Konferenz erinnert, die mich schon letztes Jahr durch einen Redebeitrag beeindruckt hat in dem Sir Ken Robinson ein Überdenken der bisherigen Ausbildungskonzepte forderte und von einem notwendigen Paradigmenwechsel in der Bildung junger Menschen gesprochen hat.
Der Schwerpunkt seines Vortrags handelt von Kreativität, wie diese durch die vorhandene (schulische und universitäre) Ausbildung leicht im Keim erstickt wird und von der Notwendigkeit einer Ausbildung, die Kreativität als innovative und zukunftssichere Kraft fördert.
Es ist beeindruckend, ihn reden zu hören. Nicht nur sein Humor ist sehr anziehend, sondern auch seine Thesen sind verständlich und gehen tiefer.
Er spricht unter anderem davon, dass unsere Ausbildungssysteme Fehler nicht erlauben und Kinder, die eigentlich als kreative Wesen geboren werden, diese natürliche Kreativität – aus Angst davor Fehler zu machen – verlieren. Die Stigmatisierung des “Irrens” und das Bestrafen von “Fehlern” innerhalb unserer Ausbildungssysteme sorge dafür, dass wir als Erwachsene verlernt haben in einem kreativen Prozess wirklich neue und innovative Dinge zu entwickeln.
Hier kannst du dir den Vortrag anschauen.
Weihnachten
Herrn Stoiber geht die Frau Pauli an den Kragen während Herr Beckstein sich mutig dazwischen stellt. Der Iran will immer noch Atome spalten – oder doch in die Luft jagen? Thomas Reiter kam heile zurück und der Herr Bush erklärt den Krieg im Irak für weder gewonnen noch verloren. Die Palästinenser zerfleischen sich selbst, mit Waffen aus wo nochmal? Die Medien wärmen die WM wieder auf und wecken bekannte Emotionen. Unsere Einzelhändler machen sich Gedanken über Ladenöffnungszeiten, hoffen auf jeden Euro des Weihnachtsgeschäftes und Bischof Huber prangert deutsche Spitzengehälter (das wäre doch mal ein Unwort) und Gewinnmaximierung an.
Ich bin mir sicher, da draussen sterben jede Sekunde Menschen während wir Weihnachten feiern. Und nein, ich klage niemand an – ausser vielleicht mich selbst, der ich auf der Suche nach Ideen und Motivation bin, daran etwas zu ändern. Es muss doch Wege geben, die man gehen kann und die diese Welt etwas mehr gerecht erscheinen lassen.
Ich arbeite, also bin ich
Erstellt am 22. August 2006 um 14:50 Uhr von Daniel
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So könnte zur Zeit mein Motto lauten. Ich schiebe meine Diplomarbeit noch ein wenig vor mir her, da ich leidenschaftlich arbeite und darin aufgehe.
Schnitt.
Meine erste Assoziation zur Überschrift war “Arbeit macht frei”. Wenn man sich dann allerdings den zugehörigen Wikipedia-Artikel und anschliessend noch das Dachaulied durchliest möchte man lieber schweigen angesichts eines solchen Zynismus und des damit verbundenen menschlichen Leids.
Bruce und der Fallschirm
Erstellt am 16. Juli 2006 um 15:13 Uhr von Daniel
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Vorgestern fuhr ich am Autobahnkreuz Walldorf vorbei und sah’ diese Plane unter der Leitplanke liegen, die mich an einen Fallschirm erinnerte.
Ich bin mir sicher, an dieser Stelle muss kurz zuvor Bruce Willis aus einer brennenden Propellermaschine abgesprungen sein, die einen Moment später natürlich explodierte und auf die Felder stürzte. Bruce Willis hat sich mit dem Handrücken die mit Blut und Ruß verschmierte Stirn abgewischt und sich auf den Weg gemacht. Sein angebrochenes Bein hat sicher geschmerzt, doch er liess sich nicht irritieren während er die Wälder in Richtung Mannheim durchquerte – seine Mission war schliesslich ein weiteres Mal die Welt zu retten und in solch einer Situation wiegen derartige Kleinigkeiten nicht all zu viel.
Wo er wohl jetzt gerade ist?
Ein Aspekt der Liebe
Die Behauptung, ein Mann könne nicht immer die gleiche Frau lieben, ist so unsinnig wie die Behauptung, ein Geiger brauche für dasselbe Musikstück mehrere Violinen.
Honoré de Balzac (1799-1850)
Sehr schönes Zitat, via zitate.de.
Sein oder nicht Sein
Erstellt am 17. Oktober 2005 um 21:07 Uhr von Daniel
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Am Anfang stand mein Interesse und die Neugier. Ebenso Achtung und Bewunderung des Mutes sich öffentlich und ehrlich mitzuteilen, als auch ein unangenehmes Gefühl angesichts dieser Öffentlichkeit der eigenen Persönlichkeit.
Dann entdeckt ich mein eigenes inneres Verlangen nach Mitteilung. Einfach Erzählen und Gedanken in einer bestimmten für mich passenden Form der Kommunikation offen legen. Trotz der Gefahr sich auszuliefern und Anderen zuviel zu zeigen.
Ich möchte Verbindungen schaffen, Angriffsfläche bieten und dich an meinem Leben teilhaben lassen. Es ist ein Versuch, den ich entschieden und bewusst angehe. Ein Experiment, welches Emotionen anregen, Gedanken formen, artikulieren und anstossen will und meinem Wunsch der eigenen Äusserung Raum geben möchte.
Alles in allem eine lebensbejahende, den Sinn und Unsinn suchende Sache zu der du herzlich eingeladen bist.