Ich tu’ mich sehr schwer Wut zuzulassen. Aber sie ist da. Tief in mir schlummert sie.
Liegt das an den Verletzungen, die dahinter verborgen sind? Denn hinter Wut steckt oft der Schmerz einer Verletzung. Liegt es daran, dass ich es mir früh selbst verboten habe weil kein Platz dafür war? Liegt es am Kontrollverlust, den man akzeptieren müsste?
Es gibt und gab Beziehungen zu Menschen, in denen Wut hervorgebrochen ist. Diese Menschen müssen mich dann nicht einmal explizit verletzt haben. Es reicht wenn mein Inneres an Vergangenes erinnert wird – sie also lediglich der Auslöser einer Erinnerung sind. Dann läuft ein Muster ab. Ich baue eine innere Mauer, ziehe mich zurück und verharre still. Die Ambivalenz besteht dann im eigenen Schutz vor weiterer Verletzung und der stillen, aber innerlich lauten, Hoffnung, dass doch jemand kommt und mich rettet – diesem Kind in mir begegnet und es festhält. Damit es weinen kann und sich trotzdem geborgen weiss.
Äusserlich ist meine Hülle in diesem Zustand kalt und abweisend. Verletzt dann womöglich andere. Das tut mir leid!
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