Die mit der Waschmaschine tanzen
Erstellt am 3. Dezember 2005 um 17:13 Uhr von Daniel
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Vor einer Woche haben wir für unsere WG eine neue Waschmaschine bei Aldi gekauft und vor zwei Tagen habe ich die auch erfolgreich aufgestellt und angeschlossen – dachte ich jedenfalls. Anschließend dann gleich mal gestartet, damit sie durchgespült wird und nicht mehr so sehr nach Plastik riecht. Ging alles gut. Der Testlauf mit leerer Trommel wurde nur mit 500 U/min geschleudert … die 1600 U/min wollte ich mit Wäsche testen.

Gestern Abend erhielt ich dann von meiner Mitbewohnerin eine SMS mit folgendem Inhalt:

Hi daniel die waschmaschine ist echt der hammer * das monster läuft beim schleudern durch die ganze küche und macht alles kaputt * wir müssen die irgendwie am boden festmachen sonst kann man nicht waschen * da kriegt man echt angst wenn das ding wäscht * lg

Nach intensiven Diskussionen was das Problem beheben könnte, einigen Anrufen bei Eltern und einem Selbstversuch meinerseits (ich wollte das Ding tanzen sehen) gestehe auch ich mir ein, dass da etwas nicht stimmen kann.
Während ich im Internet nach ähnlichen Problemen recherchiere erbittet sich meine Mitbewohnerin die Gebrauchsanleitung und erzählt auf einmal etwas von Ausrichten mit der Wasserwaage. Wasserwaage? Bei einer Waschmaschine? So wie die hüpft? Mein technisches Gehirn arbeitete auf Hochtouren: “Das kann nicht sein, das bringt nichts. Und warum verbiegt sich eigentlich die Rückwand so krass im Schleudergang? Eine untergelegt Matte oder die korrekte Ausrichtung kann das sicher nicht ändern.”.
Dann kam die Gebrauchsanleitungsstudiererin auf einmal mit dem Schlagwort “Transportsicherung” an und mich durchfährt schamvolle Peinlichkeit. Gelesen hatte ich da schon was davon aber gleich übersprungen, denn ich wollte die Waschmaschine schließlich nicht mehr transportieren – sie war ja schon da. Dass mir die Gebrauchsanleitung nahe legen wollte diese Sicherung nach dem Transport und vor der Inbetriebnahme zu entfernen – wer konnte das ahnen?!
Mein technisches Gehirn schaltete sich wieder ein: “Klar, wenn die Trommel fest mit dem Gehäuse verbunden ist überträgt sich natürlich die ganze Schwingung auf das Gehäuse. Das wäre auch eine Erklärung für die wabernde Rückwand. Und mit soviel Unwucht kommt dann selbst die beste Unwuchtkontrolle nicht mehr klar.”.

Nach einiger Zeit, einigem Spott und der Erkenntnis, dass wir kein passendes Werkzeug haben, sind wir zum Baumarkt aufgebrochen – ich wollte schon lange so einen coolen Werkzeugkoffer.
Dort habe ich beim Ausparken noch kurz einem vorbeikommenden Mercedes mit meiner Anhängerkupplung die Stoßstange zerstört. Der kam aber auch sehr schnell angerauscht und zwei Transporter hatten die Sicht versperrt. Auf die Polizei gewartet, Unfall aufgenommen und um eine erste, selbstverschuldete Unfallerfahrung reicher sind wir nach Hause zurück gekehrt.

Nun haben wir die Transportsicherung ausgebaut und mit der Wasserwaage die Waschmaschine aber sowas von ins Wasser gelegt! Das Ding dreht natürlich wunderbar, schleudert mit einer leichten und sanften Vibration ohne Zerstörungsambitionen vor sich hin und wir sind glücklich. Hach. Schleudern mit 1600 U/min ist fett :-) !
Die Waschtrommel fühlt sich ohne eine direkte Verbindung zum Gehäuse sehr wohl und die Unwuchtkontrolle ist doch nicht kaputt. Gebrauchsanleitungen machen das Leben leichter, aber weniger aufregend.